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Gründonnerstagssuppe – früher traditionell, heute Kult

Brauchtum & Kult, Schmankerl & Gutes

Die einfache Wildkräutersuppe vor Ostern war auch im Allgäu sehr weit verbreitet. Das ist nicht nur auf die starke katholische Prägung zurückzuführen, sondern auch auf das beginnende Frühjahr. Die traditionelle Gründonnerstagssuppe verbindet beide Aspekte. Grundlage für diese – wirklich wohlschmeckende – Suppe, sind frische, gesammelte Wildkräuter.

 Drei mal drei Wildkräuter

In die Gründonnerstagssuppe gehören 9 verschieden Kräuter. Das ist so, und wird nicht hinterfragt. Punkt.

Drei ist die magische Zahl der Kelten. Bei den Katholen steht die Zahl für die heilige Dreifaltigkeit. Nachdem der Allgäuer schlechthin ja immer irgendwie nur schwer von alten keltischen Bräuchen abzubringen ist (Stichwort: Klausen und Rauhnächte), wird auch bei der Gründonnerstagssuppe vorsichtshalber auf beide Welten Rücksicht genommen.

Drei mal drei ist 9. Neun Kräuter gehören in die Suppe. Und weil auch noch viel Aberglaube mitschwingt, sammelte man die Kräuter natürlich selber, rund um Haus und Wald. Aber ich denke, der Gourmet in uns wird keinen Unterschied feststellen, wenn die Wildpflanzen etwas weiter weg gesammelt wurden. Je nach Stand des Frühlings, fällt der Geschmack aus.

 

Kräuter für die Gründonnerstagssuppe

  • eine gute Hand voll Brennessel (Blätter)
  • eine gute Hand voll Giersch (Blätter)
  • eine gute Hand voll Löwenzahn (Blätter, Blüte, Wurzel)
  • eine Hand voll Taubnessel (Blätter, Blüte, Stiel)
  • eine Hand voll Bärlauch (kann auch Koblauchrauke, oder Zwiebellauch sein)
  • eine kleine Hand voll Gänseblümchen (Blüte und Blätter)
  • etwas Sauerampfer (alternativ Kresse oder Sprossen)
  • etwas Spitzwegerich
  • ein paar Schlüsselblümchen oder Veilchen

Klassische Zubereitung der Gründonnerstagssuppe

 

  • 1 Zwiebel und 1 Knoblauchzehe in Öl anschwitzen
  • 1 kleingeschnittene Möhre und
  • 2 geschälte gewürfelte Kartoffeln hinzu.

 

  • mit 1/2 l Wasser aufgießen
  • kochen lassen, bis die Kartoffeln weich sind
  • Wildkräuter hinzu geben
  • 5 Minuten köcheln lassen

 

  • Mit dem Zauberstab pürieren (ok, das ist vielleicht nicht ganz klassisch)
  • mit Salz und grobem Pfeffer abschmecken
  • Mit einem Schuß Sahne oder hochwerigem Kürbiskernöl verfeinern
  • ein paar Blümchen zur Deko

Wildkräutersuppe wird Kult

Die Zeiten werden besinnlicher. Wir erinnern uns in den vergangenen Jahren immer mehr an unsere Kindheit, unsere Wurzeln. Vielleicht ist uns die Welt zu schnell geworden. So erlebt das Wildkräuter sammeln einen richtigen Boom. Auch natürlich leben, bewußte Ernährung und der Verzicht auf Chemie sind wieder „in“.  Und da kommt das Gründonnerstagssüppchen gerade recht.

Ja, diese Suppe hat es in sich. Gesund, voller Vitamine und Mineralien, ein Powerpaket für unseren Körper und dabei so elementar, so geerdet und einfach. Kein Wunder, daß sie immer häufiger wieder den Weg auf unsere Tische nimmt.

Guten Appetitt!

PS: Ich geb gerne noch 3-4 Tropfen hochwertiges ätherisches Lemon-Öl und etwas Chilli dazu.

Quintessenz

Lecker!

 

In Verbindung mit dem „Kräuter sammeln“
ein echtes Highlight. Back to the Roots!

 

                                                                           Herzlichst, Deine Ulli