Allgäu Blog

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Weihnachten wird nie vergessen! – Geschrieben vom Illerschorsch

Sinnig & Unterhaltsam

Der Illerschorsch schreibt bereits seit 2004 seine leicht philosophischen Allgäuer Alltagsgeschichten. Hauptdarsteller sind oft der Schorsch selber und sein Freund Kare. Für dieses Jahr habe ich aus seinem umfangreichen Fundus die Geschichte „Weihnachten wird nie vergessen“ ausgesucht. Wie immer, durchaus mit einem Schluß, der zum Nachdenken anregt.

Viel Spaß beim Lesen, und DANKE Schorsch, daß ich Deine Geschichte verwenden darf.

Schorsch ist beim Kare, seinem alten Freund zu Besuch. Trotz Schneetreiben und Glatteis hatte er sich von Opprechts auf den Weg ins Dorf hinab gemacht. Zwischendurch muss man mal raus, andere Leute treffen und ein wenig Kontakte pflegen. Seit seine Kühe weg sind, ist bei ihm oben im Winter nichts mehr los. Der Milchlaster kommt schon gar nicht mehr zu ihm herauf, er fährt jetzt unten vorbei. Und der Postbote kommt auch kaum, weil Schorsch keine Zeitung und kein Amazon hat.

Adventliches Teegespräch unter Freunden

Beim Kare im Laden, im „Sonnenland“ haben sie es sich hinten im Büro gemütlich gemacht. Am Adventskranz brennen bereits zwei Kerzen. Alles geht auf Weihnachten zu. Heute gibt es Kräutertee, schön heiss und ohne Zucker, damit der Kräutergeschmack richtig zur Geltung kommt; gerade recht für diese Jahreszeit.

Kare lobt seinen Tee als eine besondere Mischung. Er hätte den Tee extra beim Spezialversand bestellt. Echte Bergkräuter seien es, „Bergzauber“ heisst der Tee.

„Ganz billig war ar it, drfür halt au was Bsonders, gell„, sagt Kare stolz.

Nachdem Schorsch ein Schlückchen gekostet hat, meint er: „Hm, der schmeckt halt wie a gwöhnlichar Pfeaffarminztee, Kare. Vielleicht no mit am bitzle Hagebutta dinn, dät i sage. Also it bsonders.

Leicht beleidigt holt Kare die Packung. Im Kerzenschein liest er vor: „Zutaten: 85 % Pfefferminze, 10 % Hagebutte-Extrakt, 5 % Bergkräutermischung.“ Kleinlaut stellt er die Packung auf den Tisch zurück.

Schorsch grinst und sagt: „S nächste Mol kasch dean Bergzauber bei mir bschtelle, do kriegsch n günstiger. Des Zuig wachst bei mir hinda am Schumpestall, do mach i dir dann an Sonderpreis.

Schorsch lacht frech und ergänzt: „Gegs an Aufpreis brock i dir de Pfeaffarminz au gean bei Vollmond, ond i sing a altes keltisches Liedle drzue, vo mir aus a nackad…

Iatz roichts, gib a Rueh, du Depp!“ Kare will nichts mehr davon hören. Er weiss, dass er den Schorsch jetzt ein wenig bremsen muss, sonst fallen ihm noch mehr Spöttereien ein.

Aber Schorsch beruhigt sich sofort und klopft Kare freundschaftlich auf die Schulter. „Passt scho, Kare, der Tee isch ja gar it so schleacht. I ha heit au a ganz anderes Aliege: Woisch, in de nächste Däg kut s Richardle, mei Enkel vom Krautar-Hof drhind, auf Bsuch. Dann koch i eam an Tee ond stell a paar Loibla na ond mir machet eis an gmietliche Advents-Namittag. Der klei Lausar will dann allat no a Weihnachtsgschicht vo mir höre, suscht wiad ar ukommod. Woisch ja seal, dass i mir gean Gschichtla ausdenk, gell. Iatz hätt i do so a Gschicht für ean ond du sottesch mir sage, ob die für s Richardle amend ebbas wär oder it.

Kare freut sich über den Themenwechsel und fordert deshalb Schorsch sofort auf, die Geschichte zum besten zu geben.

Weihnachten wird nie vergessen!

Es war einmal in ar koine Stadt, do hand alle Leit Weihnächte vergeasse. Au d Liebe, oifach vergeasse. Kalt isch es wore, in dere Stadt ond des it blos im Winter. Jedar hot blos no an sich denkt. An am Sommerdag isch dann a altar Holzschnitzar drherkomme ond hot sich in der Stadt nieder glau. Der war ganz anders wie alle andre dort. Er war freundlich ond hilfsbereit.

De Kind in der Stadt isch des zescht aufgfalle. „Worum bisch do so anders ?„, hand se ean gfrogt. „Well i Weihnächte kenn„, hot ar gsait. Dann hor ar d Kind mitgnomme in sei Werkstatt. Do hot ar grad an ar große Weihnachtslandschaft gschaffet. Gschnitzte Engel, Hiate, Viecher, Mama, Papa ond a Kind in ar Futterkrippe dinna. Dann hot ar vo Weihnächte verzellt. Hot vo am Gott gschwätzt, der seine Leit in der kalte Wealt so sehr gliebt hot, dass ar sich aufgmacht hot zu eane ond a Kindle in ar Krippe wore isch.

Die Kind hand blos no gloset ond sich gwundret. Mit große Auge ond Ohre hand se aufpasst, was der Holzschnitzar eane do verzellt. Se sind dann all Dag meh drherkomme ond noranand sind dann au die Eltre vo de Kinder mitkomme zu deam freindliche Holzschnitzar.

Ganz langsam hot sich alls verändret. Die Stadt, die Weihnächte vergeasse hot, isch wieder warm ond freundlich wore. D Leit hand meh vo de Liebe gschwätzt ond sind anand guet gweah. So hot des Kindle in dr Krippe alle für sich gwonne ond noranand verändret.

Siehsch, Richardle, äh Kare, so sottet halt alle Leit die Weihnachtsliebe in d Wealt naustrage, in Dorf ond Land.“ De Schorsch duet no an tiefe Schnaufar, so hot ean sei oigene Gschicht agsproche. „Jetz, Kare, was moinsch ? Isch doch schie, oder ?“
Kare rutscht unruhig auf seinem Stuhl hin und her. „Hm, a nette Gschicht, romantisch ond rührselig, des scho, und gwiss au was für s Richardle…“

Schorsch: „Des moin i doch au, aber ?“ Kare trinkt seinen Tee aus ond sagt: „Aber die Gschicht isch halt völlig unrealistisch, hot mir eiser Wirklichkoit scho gar nix zum do. So was dät gar nie vorkomme, dass a Stadt Weihnächte vergisst. So a Schmarre aber au. Lue doch nei auf Kempte, ins glitzgrete Forum: moinsch, dass a Gschäftsma jemols sich s Weihnachtsgschäft entgau lau dät ? Wenns Weihnächte it scho lang geabe dät, dann hättets die erfunde!“Merken

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Quintessenz

Wo er recht hat, hat er recht, d´r Kare.

Ich kann die Weihnachtsg´schäftemacherei
auch ein klein wenig ignorieren …

Du auch?

Wir wünschen Dir ein wundervolles Weihnachtsfest –

friedvoll & fröhlich.

Viel Zeit für schöne Gespräche mit Familie und Freunden,

und viel Genuß bei all den süßen & herzhaften Leckereien.

Herzlichst,
Ulli & das Team vom Allgäublog

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