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6 Tipps zur Transalp / Alpencross

Sportlich & Aktiv

Wo lassen Radfahrer den Alltag am besten hinter sich? Genau, auf Radstrecken mit einer spektakulären Aussicht, einer beeindruckenden Natur und der nötigen Portion Anstrengung. Dafür ist das Allgäu prädestiniert. Wen noch höher hinaus zieht, der wagt sich auf die Transalp. Auf keiner Strecke sonst treffen diese drei Attribute -spektakulär, beeindruckend und anstrengend – besser zu, als auf eine Alpenüberquerung.

Was für viele zum jährlichen Ritual geworden ist, lässt andere Radfahrer vor Ehrfurcht erstarren. Die anspruchsvolle Überquerung der Alpen mit dem Mountainbike, genannt Alpencross oder Transalp, ist weiß Gott kein Zuckerschlecken. Nicht verwunderlich, dass viele Amateur-Radfahrer ihr Können überschätzen und ihre Route vorzeitig abbrechen müssen. Dabei beginnt alles mit der richtigen Vorbereitung auf das Abenteuer. Da der Alpencross auch im Allgäu sehr beliebt ist hat mein Freund Lennart Balg – begeisterter Biker, Blogger und Tester – ein paar Infos für Dich zusammengestellt.

 

6 Tipps zur Transalp / Alpencross

Die Alpenüberquerung mit dem Mountainbike

Gigantische Alpenüberquerung mit dem Bike: Transalp

 

Am Beginn eines jeden Alpencross steht die Planung der Reisezeit, der Route und der Unterkünfte sowie ein ausgiebiger Ausrüstungs-Check. Anschließend sollte man sich auch Gedanken zum fahrerischen Aspekt der Strecke machen und sich um den Rücktransport kümmern. Ich zeige Dir Tipps, Tricks und Fallstricke für eine erfolgreiche Alpenüberquerung mit dem Mountainbike.

 

Beste Reisezeit und Übernachtungen

Die Länge der Strecke und die richtige Reisezeit ist entscheidend für ein unvergessliches Abenteuer. Selbstverständlich ist die heiße Zeit der Sommerferien für die meisten Radfahrer attraktiv, da die Wetterlage so stabil ist. Um die hohen Übernachtungspreise im Juli und August zu umgehen, werden zeitlich flexible Radfahrer vor allem außerhalb der Hauptsaison gute Angebote vorfinden. Wer seine Reisezeit kennt, kann sich um die Route kümmern.

Wie lang sollen die einzelnen Etappensein und wo soll man übernachten? Das hängt ganz von der eigenen körperlichen Kondition ab und dem Budget, das man für die Aufenthalte bereit hält. Generell gilt: Je früher man die einzelnen Übernachtungen bucht, desto preiswerter wird der Alpencross.

Falls man sich keine Gedanken über das Buchen der einzelnen Unterkünfte machen will, sollte man sich um ein „Rundum-Sorglos“-Paket bemühen. Verschiedene Veranstalter bieten eine von einem Guide begleitete Alpenüberquerung an, bei der die Unterkünfte im Preis mit inbegriffen sind. Vor allem für Erstlinge ist eine begleitete Tour mit geringem Planungsaufwand zu empfehlen.

 

Die Wahl der passenden Route

 

Alpencross - vom Allgäu nach Italien

Für den Einstieg sollte man nicht die anspruchsvollste Transalp-Route wählen. Das Allgäu ist Ausgangspunkt so vieler wunderschöner Routen, da muss es nicht gleich die Schwerste sein. Der Klassiker von Oberstdorf an den Gardasee ist fast 400 km lang und erstreckt sich über rund 16.000 Höhenmeter. Selbst für versierte Mountainbiker ist diese Strecke in 5 bis 6 Tagen eine große Herausforderung, sowohl fahrerischer als auch sportlicher Natur.

Eine bessere Route für Einsteiger, die aus dem Allgäu startet, beginnt in Füssen und endet am Gardasee. Die rund 420 km und etwa 7.200 Höhenmeter auf der Via Claudia Augusta bieten in sechs Etappen alles, was das Mountainbiker-Herz begehrt: Sehenswürdigkeiten, Aussichten und viel bergige Natur. Auf den Spuren der rund 2.000 Jahre alten Römerstraße reisend, findet man auch heute noch Überbleibsel aus der Zeit entlang der Strecke.

Verpflegung und Ballast

Wenn man nicht gerade eine Survival-Überquerung plant, wird man wahrscheinlich in Hotels und Hütten übernachten. Das bedeutet, dass jeder Fahrer einen recht kompakten Fahrradrucksack benötigt, der trotzdem alles Wichtige für einen Mehrtagesausflug fassen kann. Neben Flüssigkeit und Nahrung sollte der Rucksack auch mehrere Paar Wechselklamotten, die benötigte Ausrüstung, Werkzeug und Körperpflegeprodukte fassen. Das alles, ohne, dass sich der Transport unangenehm anfühlt. Denn je schwerer und größer das Gepäck, desto anstrengender wird die Strecke später. Damit man nichts Wichtiges vergisst oder unnötige Mehrfachbelastungen in Kauf nimmt, hat das Bike-Magazin eine umfangreiche Packliste für eine Transalp veröffentlicht.

Für mehrtägige Ausflüge mit einzelnen Tagesetappen ist für viele Mountainbiker ein Rucksack mit circa 25 bis 35 Liter Stauraum empfehlenswert. Daneben sollte er eine praktische Fächeraufteilung besitzen und ein möglichst geringes Eigengewicht auf die Waage bringen.Für weitere Tipps und Tricks zum Kauf eines passenden Exemplars wird man in meiner Analyse mehrerer Fahrradrucksäcke fündig. Dort findet sich auch der Rucksack, den ich persönlich am besten geeignet für einen Alpencross halte.

 

Tipps für die Fahrt an sich

Single Pfad bei der Transalp

So schön die Landschaft auch ist, können sich sogar unter besten Fahrbedingungen Fehler einschleichen. Folgende Tipps helfen dabei, die Alpenüberquerung heil zu überstehen:

1. Fels:

Gestein ist kein leicht zu meisternder Untergrund. Wenig Nachgiebigkeit, eine gewisse Unebenheit und und geringe Haftung sind auf Gestein normal. Für Gesteinspassagen sollte man deshalb die Federung etwas härter als normal einstellen und den Reifendruck leicht erhöhen.

2. Schmale Pfade:

Sogenannte Singletrails sind so schmal, dass nur ein Hintereinanderfahren möglich ist. In den Alpen sind solch schmalen Pfade beinahe überall, oft gepaart mit einem tiefen Abhang zu einer Seite. Achte darauf, sich auf die Strecke zu fokussieren und nicht unbewusst in der Gegend umherzuschauen. Schließlich gibt Dein Blick – zumindest zu einem Teil – die Fahrrichtung vor. Das, was fokussiert wird, erreicht man. Laß es nicht den Hang sein.

3. Sprünge:

Unbekannte Sprünge sollten vor dem ersten Mal analysiert werden, damit Du Dich nicht verschätzt. Wenn Du auf Sprünge bei der Transalp nicht verzichten willst, solltest Du Dich zuerst mit der Strecke vertraut machen. Oft sind nämlich die Strecken in den Alpen ziemlich steil und schnell, wenn man es drauf ankommen lässt.

 

Entspannung

Bei der Transalp die Aussicht geniessen

Pause auf dem Timmelsjoch

Laß die Transalp ganz locker angehen. Du verbringst Deinen Urlaub auf einem Rad in den Bergen. Das bedeutet, dass Du aktiver bist, als beinahe alle anderen Menschen im Urlaub. Wenn man kein Profi-Mountainbiker ist, der einzelne Etappen möglichst schnell oder möglichst spektakulär absolvieren will, sollte man sich die Zeit nehmen, die Landschaft zu genießen und das Ganze drumherum intensiv zu erleben. Gönn Dir Pausen!

So oder so wirst Du die zurückgelegte Strecke spätestens abends in der Unterkunft zu spüren bekommen.

 

Rücktransport

Achja, wie schön. Endlich am Zielort angekommen. Vielleicht genießt Du noch ein paar Tage in einem luxuriösen Hotel, um die Anstrengung der Strecke hinter sich zu lassen.

Aber eine Frage bleibt: Wie kommt man überhaupt zurück zum Ausgangspunkt? Dazu gibt es eine ganze Reihe an Shuttler-Anbietern, die mehrfach täglich Mountainbiker samt Rad zurück zum Start ihrer Fahrradtour fahren. Je nach Distanz und Anbieter kostet eine Rückfahrt meist zwischen 70 und 120 €, die Du unbedingt in Dein Reisebudget einplanen solltest.

 

Meine Buchempfehlung

Transalp: Vom Ostallgäu an den Gardasee

Das Füssen – Gardasee GPS RadReiseBuch: Fahrrad – Tourenführer:

Transalp für Rennrad und Trekkingrad,
inkl. GPS-Daten, Höhenprofile, 250 Unterkünfte (PaRADise Guide)

 

Quintessenz

Eine Transalp ist nix schlecken Zucker,
egal ob zu Fuß, mit dem Renner oder dem Mountainbike.

Die richtige Vorbereitung und passendes Material,
macht den Alpencross jedoch zu einer großartigen Reise.

Und stolz darfst Du danach sein!

Lennart & Ulli

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