Schnell nauf #1: Alpen-Feeling auf dem Mittag


11. Oktober 2016 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Aktivitäten & Erlebnisse,Ausflugsziele in Stadt & Land


Blick von der Alpe Vorderkrumbach zum Grünten - dem Wächter des Allgäus

Griaß Di, Servus und MoinMoin,

kennst Du das? Da schleudert einen das Hamsterrad von morgens bis abends rundrum, und wenn dann endlich mal kurz Zeit bleibt, dann ziehen dicke, schwarze Regenwolken auf. Klar kann ich dann ein wenig vor dem Haus rumspazieren, oder schnell noch aufs Fahrrad zum einkaufen, aber: Ich wollte doch hoch hinaus, weit schauen und richtig gute Luft schnappen. So einen Mini-Urlaub in den Bergen ….

Und auch wenn das jetzt den geübten Wanderer graust:

Mal schnell nach oben, Alpenfeeling geniesen ...

Mal schnell nach oben, Alpenfeeling geniesen …

Ich fahr dann gerne schnell mal nach oben, und spüre …

Alpen-Feeling auf dem Mittag

„Zu Mittag steht die Sonne genau über dem Mittag“, von Immenstadt aus gesehen. So kam der Berg zum Namen. Der Mittag ist der Hausberg von Immenstadt, besitzt – seit ich denken kann  – einen Sessellift und ein paar kleine Schlepplifte. Er ist wunderbar vom Bahnhof Immenstadt zu erreichen, weswegen dies der erste Berg war, den wir damals als Kemptener Jugendliche zum Skifahren nutzten. Der Buckel ist doch tatsächlich 1451m hoch. Da geht schon was.

Die Nagelfluhkette

Vom Mittag bis zum Bregenzer Wald zieht sich der Naturpark Nagelfluhkette.Vier Bergketten ziehen sich von Ost nach West. Teilweise schroff, mächtig, aber teilweise auch weich, folgen sie dem Verlauf der massiven Hochgebirgsketten im Allgäu. Da liegt es nahe, in Ost-West-Richtung zu wandern, denn dann ist es für Allgäuer Verhältnisse, nahezu eben. (Das war ein Scherz! Bitte nicht mit Stöcklschuhen und ungeübt über den Mittag zum Steineberg und dann zum Stuiben stöckeln).

Im länderübergreifenden Naturpark wollen 15 Gemeinden die einmalige Kulturlandschaft erhalten und weiter fördern und fordern. Die Region soll eine Modellandschaft für nachhaltige Entwicklung werden.

Aber jetzt geht´s los … nauf (nach oben) …

Freuen tu ich mich immer auf den Kauf der Liftkarte. Der Liftkartenverkäufer ist an Muhhackligkeit nicht zu überbieten. Kein Grüß Gott, oder Hallo, kein unnötiger Satz, freundlich schon gar nicht. Vielleicht hat er einen Hörschaden? Oder versteht er kein Deutsch? Egal, ich finde Menschen, die sich von fröhlichen oder höflichen Kunden nicht beeindrucken lassen, immer bemerkenswert. Das ist alte Allgäuer Mentalität: „Nix g´sagt, isch gnua globt!“ Aber: Einheimische bekommen einen Sonderpreis! Macht das Kraut nicht fett, ist aber sympathisch.

Eigendlich sollte man verdreht sitzen. Denn das Tolle an der Sesselliftfahrt ist hinten, unten. Immenstadt, die Illerschleife, der Wasserski-See, weiter hinten Waltenhofen und Kempten …. das ist schon beeindruckend, wie flach und wie weit das Allgäu nach Norden hin wird.

Auf der Mittelstation ist erstmal Spielplatz angesagt. Da haben die Besitzer aus den ganzen alten Sessellift-Utensilien einen richtig guten Spielplatz gebaut, der auch so manches alte Kinderherz höher schlagen läßt. Also ich muß da immer mal noch schnell schaukeln, und Johanna auch …

Plötzlich wird es ruhig in der Bahn. Die Kuhglocken klingeln, aber ansonsten ist die Hektik und der Lärm von Autos und Menschen wie verschluckt. Urplötzlich ist sie da: die Ruhe! Wunderbar.

 

Blick vom Mittag nach Norden auf das Illertal, Rottachberge und Kempten

Blick vom Mittag nach Norden auf das Illertal, Rottachberge und Kempten

 

 

Zwei-Gipfel-Tour: Mittag & Bärenköpfle

Oben am Gipfelkreuz vom Mittag geniesen wir den aussichtsreichen Blick. Mit einer Tasse heißen Tee, läßt es sich bei zweifelhaftem Herbsttemperaturen ganz gut aushalten. Das großartige am Schmuddelwetter: Das Umfeld verändert sich ständig. Mal ist dieser Gipfel frei, mal der Andere, die eine Ecke ist sonnig, dann wieder schattig, Wolkenschwaden ziehen vor, es raucht weiß den Berg runter oder rauf, die Gerüche ändern sich, ….

Frisch & gemütlich, Lotterleben auf dem Mittagsgipfel

Frisch & gemütlich, Lotterleben auf dem Mittagsgipfel

Wolken verhangen der Steineberg, der dritte Gipfel in der Nagelfluhkette

Wolken verhangen der Steineberg, der dritte Gipfel in der Nagelfluhkette

Beliebter Startplatz für Gleitschirmflieger: Gipfelstation am Mittag

Beliebter Startplatz für Gleitschirmflieger: Gipfelstation am Mittag

 

Aber dann wird es doch frisch, und wir wandern noch ein wenig. RuckZuck haben wir das Bärenköpfle samt Gipfelkreuz erreicht. Waren es zehn Minuten? Oder weniger? Aber es ging bergauf, das zählt! Wir haben die Zwei-Gipfel-Tour erfolgreich gemeistert. Es wir Zeit, daß wir eine echte Alpe ansteuern:

Die Alpe Vorderkrumbach

Nach 40 Minuten seit der Mittagstation erreichen wir die Alpe Vorderkrumbach. Hier wohnt normalerweise der Almhirt mit seinen anvertrauten Kühen. Schade, es war niemand da, aber Almabtrieb ist auch schon vorbei. Wirklich schade, denn so hab ich jetzt leider keine Innenbilder von dieser typischen Allgäuer Almwirtschaft. Ich beschreibs mal: Nicht zu viel Deko, nicht zu modern, auch nicht ganz alt, schon bemüht aber von heutigen Trends weit entfernt. Authentisch allemal und mir gefällts. Im Sommer gibts normalerweise Brotzeit und auch Kuchen.

Verwegen mit dem Geweih - aber auch gemütlich einladend: Die Alpe Vorderkrumbach

Verwegen mit dem Geweih – aber auch gemütlich einladend: Die Alpe Vorderkrumbach

Aber der Almwirt denkt an durstige Wanderer und hat zwei Kisten Getränke unter der Treppe deponiert. Selbstbedienung und bitte das Geld in die Box werfen. Es geht nichts über Vertrauen!

 

Die Alpe mit Selbstbedienung - ich glaube, daß es funktioniert!

Die Alpe mit Selbstbedienung – ich glaube, daß es funktioniert!

Ein gemütlicher Hüttenplausch am Mittag, und das Wetter wird immer besser

Ein gemütlicher Hüttenplausch, und das Wetter wird immer besser

Herrliche Aussichten auf die Allgäuer Alpen

Herrliche Aussichten auf die Allgäuer Alpen

 

 

Über die Sennalpe Oberberg zurück

Als Allgäuer steht man mit Vorschriften tendenziell auf Kriegsfuß. Und so peilen wir die grobe Richtung zur Station und wandern auf einem gut festgetrampelten Kuh-Pfad zur Mittagbahn. Und das, obwohl ausdrücklich der gleiche Weg zurück gegegangen werden muß!

Das Ende vom Lied sind verrissene Hosen, Schmodder und Batz in den Schuhen, Schnappatmung, weil noch zwei Tobel im Weg waren. „Wer nicht lesen will, muß eben Schnaufen“ – wie der Allgäuer zu sagen pflegt … Aber so kommen wir noch an der Sennalpe Oberberg vorbei, wo wir noch ein Käsehäppchen zu uns nehmen, bevor wir zurück zum Mittag laufen.

Wandern auf ausgetretenen Kuh-Pfaden, aber bald hört der Trampelpfad auf ...

Wandern auf ausgetretenen Kuh-Pfaden … und dann hört der Trampelpfad auf …

 

Quintessenz:

Zwei Gipfel erklimmen geht schneller,
als von der Alm zurück finden.

Die Sennalpe Oberberg liegt nicht auf dem Weg.

Ein Kurzurlaub an einem Nachmittag kann gelingen und
die Zwei-Gipfel-Tour eignet sich auch für Ungeübte!

Bis dann,

              Deine Ulli

Links: Mittagbahn, Alpe Oberberg, Naturpark Nagelfluhkette

Merken

Merken

Merken

Ulrike Heerdegen
vernetzt ...

Ulrike Heerdegen

Allgäuerin, Landleberin, Bloggerin, Genieserin, Entdeckerin, Netzwerkerin und begeistert von den digitalen Möglichkeiten.

Zum Ausgleich zu meinem Job als Online-Marketing-fachfrau kann auch gut 3 Wochen ohne jegliche Technik auskommen ... "Out of Netz" - wie der Allgäuer zu sagen pflegt 😉
Ulrike Heerdegen
vernetzt ...
Kommentare
  1. ulli said on 9. Februar 2017 9:51:

    Hallo Harald, stimmt, da hat sich ein fehlerteufel eingeschlichen. Habe die Höhe des Mittags nun wieder angepasst an die Realität. Danke für den Hinweis! Viele grüße, Ulli

  2. Harald Fest said on 6. Februar 2017 10:41:

    Hallo, sehr schöner Beitrag, aber da ham´s den Mittag ein wenig höher gemacht als er wirklich ist, das wären . 1451 Meter