Eistobel – bizarres Geotop im Westallgäu


9. Februar 2017 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Aktivitäten & Erlebnisse,Ausflugsziele in Stadt & Land


Bizarre Landschaft im Geotop Eistobel

Erstarrte Wasserfälle, überfrorene Strudellöcher, steile vereiste Felswände, dumpfes Plätschern und krachendes Eis – das ganze umgeben von weich verschneiten Bäumen. Die Sonne glitzert durch die Äste und spiegelt sich zigtausenfach in den kleine Eiskristallen. „Zauberhaft“ ist wohl das richtige Wort für dieses Naturerlebnis.

Zwischen Isny und Oberstaufen – genauer zwischen Maierhöfen und Grünenbach – findest Du dieses Winter-Wonder-Land, den …

 

… Eistobel – das bizarre Geotop im Westallgäu

 

Der Eingang zum Eistobel - zwischen Maierhöfen und Grünenbach

Der Eingang zum Eistobel – zwischen Maierhöfen und Grünenbach

gefrorene Argen. Der Fluß fließt unterm Eis.

Erstarrt und trotzdem voll aktiv: Die Argen unterm Eis

 

Der Eistobel – die Fakten

„Der Eistobel ist eine Schlucht des Flusses Obere Argen im Westallgäu zwischen der Ortschaft Schüttentobel und der Argentobelbrücke, welche die Orte Maierhöfen und Grünenbach verbindet. Auf einer Strecke von etwa drei Kilometern stürzt, eingerahmt von bis zu 130 Meter hohen Felshängen, das Wasser der Oberen Argen über mehrere Kaskaden talwärts und verliert dabei etwa 70 Höhenmeter.“ So schreibt Wikipedia.,

Geologisch und optisch spannend ist der Eistobel, weil damals, beim Auffalten der Alpen, die ganzen unterschiedlichen Gesteinsschichten arg durcheinander kamen. Es gab große Risse beim Alpenfalten und die Molasse purzelte raus. Und sie liegen immer noch reacht u´greachat umanand. Es ist wohl ziemlich selten, daß diese verschiedenen Steinarten sichtbar sind.  Der Eistobel entstand am Ende der letzten Eiszeit, so vor 15.000 Jahren. (Mehr Details findest Du beim Bayrischen Landesamt für Umwelt)

Der Eistobel ist Naturschutzgebiet und als Geotop ausgewiesen. Die Strecke entlang der oberen Argen bis zum Ausgang Schüttentobel beträgt ca. 3,5 km.

 

Die obere Argen fließt durch das Geotop Eistobel

Seen, Wasserlöcher und Kaskaden. Die obere Argen schlängelt sich durch die Schlucht

 

Entlang des Eistobels im Winter

 

Im Winter ist der Weg durch das Geotop offiziell gesperrt. „Auf eigene Gefahr“ lautet das Motto, und das sollte jedem besucher auch bewußt sein. Denn vom Parkplatz weg, bis in die Schlucht runter, geht der Weg sehr, sehr steil. Der Weg wird nicht geräumt, und wer schöne Eiszapfen sehen will, darf erstmal diesen Abstieg runterschlittern.

Richtig feste Wanderschuhe …

… mit Grödeln, das hilft ungemein. Was ist das für ein Rutschen und Schlittern. Weiße Gesichter, ängstliche Menschen, gestreßte Eltern und maulige Kinder – so zeigte sich mir der Einstieg zum Eistobel. Und das alles nur, weil Besucher das falsche Schuhwerk anhatten.

Locker und fröhlich liefen alle, die Grödeln oder Steigeisen an den Schuhen hatten. Auch die Schneeschuh-Wandergruppen hatten so ihre liebe Not beim Abstieg, weil es war fast blankes Eis.

 

Grödeln und Steigeisen für den Abstieg in Eistobel

Mit Grödeln macht ein Spaziergang im Eistobel Spaß, die anderen flutschen gefährlich rum …

 

Die Argentobel-Brücke

Die ist schon erwähnenswert, weil „die Alte“ von 1905 immerhin die längste, höchste und komplizierteste Brücke in Bayern war. 340 Tonnen Eisen und über 2 Millionen Stahlnieten. Jaaaaa, das Wunderwerk der Baukunst die stand im Allgäu und nicht in Oberbayern!

Ja und 1945 wollte der Kreisstab die Brücke sprengen, um die Amerikaner aufzuhalten. Das Dynamit war schon angebracht, aber bis es zum entscheidenden Bums kam, hatten wackere Westallgäuer den Sprengstoff heimlich abmontiert. Sind scho Hund, dia!

Mit zunehmndem Verkehr, wurde dann aber doch eine neue Brücke gebaut. Das markante Bauwerk verschaffte sich überregional bei selbstmordgefährdeten den Ruf, besonders großartig zu sein. Es entstand fast ein Tourismus zur Brücke „without return“. Seit 2015 verhindert eine Absturzsicherung dies jedoch.

Alte Argentobelbrücke, und die Neue brücke über den Eistobel

Fast ein eigener Post wert: Die Argentobelbrücke

 

Wandern entlang des Wassers

Dreieinhalb Kilometer abwechslungsreiche Wanderung. Zwischen gemütlichem spaziergang und einer mittelschweren Gebirgswanderung. Viele Plätze zum verweilen und viel Abwechslung. Hier die Impressionen:

 

Ruhig und geheimnisvoll - der Eistobel im Winter

Märchenlandschaft mit Glitzereis

 

Bizarre Eisformationen in der Schlucht

Bizarre Eisformationen in der Schlucht

 

Informationstafeln entlang des Eistobelsvermitteln Wissen

Informationstafeln vermitteln Wissen

Sportlich unterwegs im Eistobel

Neben denNaturschönheiten sind bei einer Winterwanderung nicht nur die rutschenden Wanderer spannend (die auch noch gerne heftig mit ihren Stöcken schwingen, was fast das gefährlichste neben dem Eisbruch ist), sondern die vielen sportlich Aktiven.

 

Geführte Schneeschuhwanderung durch den Eistobel

Geführte Schneeschuhwanderung durch den Westallgäuer Tobel

Eisklettern im eisigen Eistobel

Eisklettern im eisigen Eistobel

 

Einkehren und Rasten nach der Wanderung

 

Was ist schon ein Wanderausflug ohne ordentliche Einkehr? Zahlreiche Bänke und Steine laden unterwegs zum verweilen ein. Wer jedoch den Weg bis zum Ende läuft, der ist auch schon fast an Kroamers Einkehr. Dem liebenswerten Dorfladen von Ebratshofen. Von dort aus kannst Du übrigens über den Kapf zurück zum Parkplatz Eistobel laufen.

 

Hinweisschild zu Kroamers Einkehr

Am Ende des Wanderweges Eistobel …

 

 

Ein fast offizieller Film über den Eistobel …

 

 

Quintessenz:

Tobel und Schluchten sind immer faszinierend:
egal ob im Sommer oder Winter oder dazwischen.

Richtiges Schuhwerk ist Pflicht und keine Kür!

                                                           Es bleibt kalt, nutzt die Winterzeit doch mal für einen Tobel-Ausflug!

                                                                                                     Eure Ulli

 

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Ulrike Heerdegen
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Ulrike Heerdegen

Allgäuerin, Landleberin, Bloggerin, Genieserin, Entdeckerin, Netzwerkerin und begeistert von den digitalen Möglichkeiten.

Zum Ausgleich zu meinem Job als Online-Marketing-fachfrau kann auch gut 3 Wochen ohne jegliche Technik auskommen ... "Out of Netz" - wie der Allgäuer zu sagen pflegt 😉
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