Bräustatt & Taferne Simmerberg – eine urige Wirtschaft


11. September 2017 Facebook Twitter LinkedIn Google+ Essen, Trinken & Kulinarik,Tradition, Brauchtum & Kult


Bräustatt & Taferne in Simmerberg - eine urige Wirtschaft

Man glaubt es kaum, aber ich hab mich verfahren. Ich wollte mit Eduard zielstrebig zur Grenze (Bayern –  Baden Württemberg) zum Mittagessen und hab mich auf den unzählingen kleinen Straßen im Westallgäu völlig verfranst. Ja gut, es regnete in Strömen und der Scheibenwischer meines gelben 2CV-Entlein war hoffnungslos überfordert. Aber was solls, als wir an einem gigantisch hohen Brauerei-Gebäude (im Verhältnis zur Ortsgröße) vorbeifuhren, war der Plan gewechselt und wir landeten in der

Bräustatt & Taferne Simmerberg

die urige Wirtschaft im Westallgäu

 

Bräustätt Simmerberg-die urige Wirtschaft m Westallgäu

Das Bild hatte ich schon mal früher geknipst …

 

Brauereigasthof - Bräustätt Simmerberg

Gemütlich, trotz hoher Räume …

In der Braustatt & Taferne in Simmerberg

Eduard und ich und die Bierzeitung …

 

 

 Bräustätt & Taferne

 

Die Wirtschaft heißt wirklich Bräustätt & Taferne. Das Bräustätt kommt ja von einer Stätte zum Bier brauen. Logisch, aber die Taverne kennen wir nur aus dem Italienischen. Dabei war auch im ganzen Alpenraum das Wort Tafern oder Tafernwirtschaft gebräuchlich. Ich hab mal Wikipedia bemüht:

„Der Wirt einer Taferne oder Tafernwirtschaft, Taferner oder Tafernwirt genannt, hatte in früheren Zeiten das Tafernrecht inne. Dieses Recht, in etwa mit der heutigen Gaststättenkonzession vergleichbar, beinhaltete verschiedene Privilegien. Es wurde vom Landesherrn verliehen. Danach hatte der Wirt einer Tafernwirtschaft, einer sogenannten „vollkommenen Wirtschaft“, nicht nur das öffentliche Schank- bzw. Krugrecht, das Herbergs- und Gastrecht sowie die Fremdenstallung (die Versorgung und das Unterstellen der Zug- und Reittiere), sondern er durfte auch Verlöbnismähler (Häftlwein), Hochzeiten, Stuhlfeste, Tauf- und sonstige festliche Mähler ausrichten. Der Wirt durfte Bier, Wein und Branntwein ausschenken. Mit Wein wurden früher Rechtsgeschäfte betrunken. Daran erinnert heute noch der Weinkelch im Zunftschild. Zum Tafernrecht gehörte auch das Braurecht, das Brennrecht und die Backgerechtigkeit, also das Recht, einen Backofen anzulegen und Brot zu backen.[1]

Eine Tafernwirtschaft musste wandernde Handwerksgesellen gegen Geld oder handwerkliche Gegenleistungen beherbergen, sie hatte also eine soziale Verpflichtung. Ferner wurde bei Todesfällen der Leichenschmaus in der Taferne abgehalten sowie die Nachlassverhandlung geführt. War kein Amtshaus vorhanden, fanden dort auch Gerichtsverhandlungen statt. Die Taferne war der kommunale Mittelpunkt in weltlichen Angelegenheiten der Bewohner des Dorfes.“ Besser kann ichs nicht sagen ….

 

Die Brauereiwirtschaft in Simmerberg

Die Brauerei existiert bereits seit 1706. Schau ich mir die Größe des Dorfes an, muß ich sagen: Die hatten früher wohl recht viel Durst, viele soziale Verpflichtungen und kein Amtshaus …. Siehe Erklärung von Wikipedia „Tafernwirtschaft“

Seit 20 Jahren wird die Bräustätt & Taferne von Sepp Holzer und seinem Team geführt. Sehr freundlich und zuvorkommend das Personal, gemütlich die Wirtschaft und piccobello das Waschhaus.

 

Brauerei direkt im Gastraum – großartig!

Faszinierend sind die Braukessel, die fast direkt in der Wirtschaft stehen. Man kann sozusagen zusehen, wie die Biere gebraut werden. Manchmal kann man es auch hören, wenn der Braumeister Dampf abläßt. Und man kann es riechen, den feinen Geruch nach Hopfen und Malz …

Da ist das Bräustatt Gold, oder das Bräustatt Bio Pils. Lecker auch der Gerstensaft der Salzfuhrleute: der Rödlertrunk .. untergärig eingebraut, bernsteinfarbig, leicht malzig – eindeutig mein Favorit.

 

Brauerei direkt in der Brauereiwirtschaft: Bräustatt & Taferne Simmerberg

Von unserem Tisch fotografiert: die kleine, feine Brauerei

Bier aus der Bräustatt 6 Taferne Simmerberg

Urig – ehrlich – echt: Das kann ich bestätigen …

 

Regionale Gerichte – schon sehr lecker

Also ich liebe es ja, Gerichte vom Alpenrand zu essen. Bei Krautkrapfen, Kässpatzen, Obatzder, Schweinsbratn oder Maultaschn, da läuft mir das Wasser im Mund zusammen.

Und da kann ich nur sagen: OOOoooohhlalla … der Schweinebraten vom Eduard, der war schon ganz große Klasse. Knusprig oben, saftig das Fleisch, zum reinliegen die Soße und die Semmelknödel und Brezgenknödel, die rundeten das Gedicht sozusagen ab. Da würde ich sagen: Erste Sahne, fettes Lob.

Mein Favorit waren die Krautkrapfen: Saftig das Kraut, fein der Teig, und viel angschelzte Zwiebel und das Beste: die leichte Scherre, Anbrenne unten: die Oma hat´s nicht besser hinbekommen! Chapeau!

 

Allgäuer Krustenbraten

Das ist der Grund, warum vegan leben so schwer ist …

 

Allgäuer Krautkrapfen im Bräustatt & Taferne in Simmerberg

 

Der Sepp Holzer hat auch noch internationale Gerichte auf der Karte, aber die habe ich weder probiert, noch halte ich sie für notwendig. Ok, ein Schnitzel geht natürlich immer und muß auch sein …:-), aber der Rest …

 

Quintessenz:

Auch verkehrte Wege, können zu einem leckern Ziel führen.

Die Bräustatt & Taferne von Sepp Holzer ist ein Besuch wert …
… und dazu gehört ein Bier!

 

Und hier noch der Link zur Brauereiwirtschaft

 

Simmerberg ist übrigens da, wo Du die himmlischen Kuchen im Cafe-Garten geniesen kannst.
Und gleich in der Nähe findest Du die vegane Käseherstellung, und
auch das Kräutercafe Artemisia und der schönen Trachtenladen von Gabi
ist auch in der Nähe.

Herzlichst, Deine Ulli

Ulrike Heerdegen
vernetzt ...

Ulrike Heerdegen

Allgäuerin, Landleberin, Bloggerin, Genieserin, Entdeckerin, Netzwerkerin und begeistert von den digitalen Möglichkeiten.

Zum Ausgleich zu meinem Job als Online-Marketing-fachfrau kann auch gut 3 Wochen ohne jegliche Technik auskommen ... "Out of Netz" - wie der Allgäuer zu sagen pflegt 😉
Ulrike Heerdegen
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Kommentare
  1. Ulrike Heerdegen said on 14. September 2017 16:41:

    Hallo Barbara, herzlichen Dank für Deine Nachricht.“Reale Tafernwirtsgerechtsame“, das hör sich sehr spannend an :-). Ich denke, da muß ich wohl auch mal hin und testen, was so aus der Küche kommt 🙂

  2. Barbara von Tief im Allgäu said on 14. September 2017 16:32:

    Das klingt gut und sieht superlecker aus, die Taferne Simmerberg landet gleich auf meiner Noch-ausprobieren-Liste. Übrigens gibt es bei uns hier in Obergünzburg die Gaststätte zum Lamm, die den schönen Beinamen „Reale Tafernwirtsgerechtsame“ trägt – ebenfalls in Anlehnung an die mittelalterlichen Brau- und Schankrechte, die mit dem Haus verbunden sind.